Lean Production und Controlling – das scheint nicht zusammenzupassen. Während Lean Production das Idealbild der verschwendungsfreien und flussorientierten Produktion anstrebt, sucht die klassische Kostendenke stets den wirtschaftlichen Vorteil. Und je kurzfristiger dieser zu erreichen ist, desto besser ist es. Das hört sich zunächst vernünftig an, führt aber nicht zur Vision, sondern in die Beliebigkeit und ist früh beendet. Es ist paradox: die Unternehmen, die den Wegweisern der klassischen Kostenrechnung folgen, sind weniger erfolgreich, als diejenigen, die diese Wegweiser ignorieren.

Hinzu kommt: Viele Kosten (z.B. der Verschwendung) bleiben in der Regel von der klassischen Kostenrechnung unerkannt und versickern in der Kostenstellenrechnung. Bestenfalls landen sie als Gemeinkosten on top. Damit nicht genug: klassische Instrumente der Kosten- und Amortisationsrechnung führen in die Irre. Sie fördern lokales Optimieren, statt die Entwicklung eines Gesamtkostenoptimums. Lean-Denke und Kostenbewusstsein sind kein Widerspruch. Jedoch gilt statt: „Wenn es nicht wirtschaftlich ist, lassen wir es halt bleiben“, das Prinzip: „Wir machen es auf jeden Fall, und zwar so, dass es wirtschaftlich ist!“

Vor diesem Hintergrund habe ich eine Kostenrechnung entwickelt, die den Widerspruch zwischen Lean und Controlling überbrückt. Für einen Ingenieur, der Kostenrechnung nicht von Grund auf erlernt hat, sicher gewagt - oder eine Chance, dieses Thema anders zu betrachten, als allgemein üblich…
 

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